
Ausstellungsdauer: 08. Mai – 13. Juni 2026
Ort: Chinggis khaan National museum (Sonderausstellungssaal, 9. Etage)
Offizielle Eröffnung: 08. Mai 2026, 15:00 – 17:00 Uhr
Künstlergespräch: 13. Mai 2026, 14:00 – 16:00 Uhr Finissage: 12. Juni 2026, 15:00 – 17:30 Uhr
Darstellung der künstlerischen Arbeit:
Gan-Erdene Tsend lebt und arbeitet in Münster und Ulaanbaatar. Er ist deutsch-mongolischer Künstler sowie Kulturgesandter der Mongolei in der Bundesrepublik Deutschland. Von 1996 bis 2001 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Ulaanbaatar und von 2003 bis 2010 an der Kunstakademie Münster, wo er Meisterschüler bei Prof. Kuhna war.
Meine Kunst ist zugleich ein Spiegel meiner persönlichen Lebenserfahrungen, die ich in vielfältiger Weise in meinen Werken verarbeite. Besonders prägend war für mich das nomadische Leben meiner frühen Kindheit inmitten der Natur der Mongolei. Ebenso hat die Trennung von meiner Heimat durch meine Ausreise nach Deutschland meiner künstlerischen Entwicklung entscheidende Impulse gegeben.
Die Idee der „Spiegelung“ beschäftigt mich seit 2009 und reflektiert meine biografische Situation auf besondere Weise. Als visuelles Motiv entstand sie aus der Vorstellung, dass jeder Mensch zwei unterschiedliche Ebenen des Lebens in sich vereint: eine ideelle, die sich in Gedanken, Fantasie und Erinnerungen entfaltet, und eine materielle, die sich in der körperlichen, erfahrbaren Realität vollzieht.
Die Spiegelung dient dabei als Metapher, mit der ich die inneren Zustände der dargestellten Person – ihre Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte – sichtbar mache. Sie eröffnet mir die Möglichkeit, diese beiden Ebenen, die innere Gedankenwelt und die äußere Wirklichkeit, im Bild einander gegenüberzustellen und miteinander in Beziehung zu setzen. In dieser Gegenüberstellung werden Zusammenhänge von Ursache und Wirkung erfahrbar, und das, was ursprünglich getrennt erscheint, kann durch die Spiegelung wieder vereint werden.
Gleichzeitig zeigt sich in der Differenz zwischen dem, was ist, und dem, was war oder sein könnte, stets auch ein Moment des Verlustes. In der realen Welt fehlt jene Person, die in der gespiegelten Wasserfläche erscheint. Gerade durch die Unkörperlichkeit des Spiegelbildes tritt ihre visionäre, immaterielle Dimension besonders deutlich hervor.